Im Herzen der Mongolei

Wir starten unsere Tour genau am Mittelpunkt der Mongolei. Hier, inmitten einer grünen Hochebene in der Region Övörkhangai steht ein Denkmal, welches das Zentrum des über 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Landes markiert. Bis hierhin haben wir uns von Ulaanbaatar aus 300 km gen Südwesten fahren lassen, um Zeit für abwechslungsreichere Strecken zu gewinnen.

Der russische Kleinbus der Marke UAZ Furgon drohte bei jedem Schlagloch auseinander zu fallen. Doch der Fahrer blieb cool, selbst als wir durch einen Gewitterguss fuhren und es zu allen Ritzen reinregnete. Nach bestem Wissen und Gewissen improvisiert, hat die Ladung den Transport gut überstanden. Überhaupt scheinen die Mongolen Meister im Improvisieren zu sein. Trotz mit Foto angekündigten Fahrradtransports waren weder Decken noch Spanngurte vorhanden. Zum Glück hatten wir selber Polsterfolie und Gurte dabei. Meister sind sie auch im Nachverhandeln, denn die Kilometer, bzw. der Benzinpreis wurden angeblich beim ersten Angebot nicht richtig berechnet. Diskussionen scheinen dazuzugehören und irgendwann einigt man sich. Unsere Gastfamilie in Ulaanbaatar hatte uns nach mongolischer Tradition mit Milch, die in den Wind vergossen wird, verabschiedet, also kann gar nichts mehr schief gehen!

Nach 8 Stunden Fahrt kommen wir bei nass-kühlem Wetter im Herzen der Mongolei an – dem Startpunkt für unsere Tour. Wir kochen Nudelsuppe im Bus. Als es aufhört zu regnen, starten wir die erste Testfahrt in die Nacht hinein. Auch unser Fahrer ist begeistert dabei! Von den umliegenden Jurten kommen Kinder angeritten und schauen nach, was da los ist. Neugierig, nicht schüchtern, aber respektvoll zurückhaltend beobachten sie unser Treiben. Hände, Füße und Lächeln sind unsere einzige gemeinsame Sprache …