„Geht nicht“ – gibt’s nicht

Es regnet. Wir twittern, checken Emails – wer weiss wann wir wieder Telefonempfang haben – und packen zusammen. Inzwischen sind wir schon ziemlich routiniert im Packen. Jedes Ding hat seinen Platz und jeder von uns kennt seine Handgriffe.

Die Nähe der Ortschaft ist eine gute Gelegenheit etwas Abwechsung in unsere Trekkingküche zu bringen, die aus Fertiggerichten, Nudelsuppen, Trockenobst, Nüssen und Powerbars besteht. Wir fragen unseren Freund Batlut ob es irgendwo eine Art Garküche gibt wo wir Buuz essen können. Eine Garküche gibt es nicht aber eine ältere Frau, die uns eine Tüte der traditionellen mongolischen Teigtaschen mit Hammelfleisch für 7500 Tögrög (4,60 Euro) verkauft. „Wir fahren zu uns!“ sagt Batlut. OK!

Er öffnet die Türe zu seinem einstöckigen Haus. Gleich fällt ein riesiger Fernseher in der Sofaecke ins Auge. Fließend Wasser ist da nicht so entscheidend! Es gibt Süütei Tsai (mongolischen Milchtee), herrlich! Zum Buuz serviert Batlut italienische Soße aus dem Glas. Er selbst hat in Omsk Maschinenbau studiert. Seine Frau Solongo ist Chirurgin im Krankenhaus nebenan und hat ihren Beruf ebenfalls in Russland erlernt. Sie kommt soeben zur Mittagspause nach Hause. In der Klinik ist gerade nicht viel los, da wer kann zum Nadaam-Fest aufgebrochen ist. Die Familie liebt das ruhige Leben hier auf dem Dorf . Auch wenn es hart ist. Besonders im Winter wenn die Temperaturen bis – 40 Grad sinken. Geheizt wird mit Holz und Kohle. Wir haben zwar noch keinen einzigen Baum gesehen aber angeblich gibt es in der Region auch Wald.

Wir richten uns zum Gehen und ahnen es schon: Zum Abschied gibt es Airag, die berühmte vergorene Stutenmilch. Ein Schluck, ein Lächeln und los gehts. Die Familie versorgt uns nicht nur mit Tomaten und Keksen für die Weiterreise sondern geleitet uns bis auf den nächsten Hügel, von dem wir den Weg Richtung Süden nicht mehr verfehlen können.

Ausnahmsweise fahren wir nicht in die Himmelsrichtung aus der die dunkelsten Wolken kommen. Und tatsächlich, heute bleiben wir vom abendlichen Gewitterguß verschont. Eine wunderschöne Strecke auf teilweise gut zu fahrenden, teilweise sehr steinigen Pisten bergauf, bergab bereitet uns großen Fahrspaß. Steile Stellen kommen wir im Speed 3 Modus locker hoch, trotz der etwa 50 kg zugeladenen Gewichts. Bäche zu überqueren macht richtig Laune! Sonst fahren wir meistens im Tour 3 Modus. So können wir Strom sparen und kommen dennoch mit 15-20 km/h voran. Mit einem neuen Begleiter…

Bei der Abfahrt ins nächste Tal von Ölziit finden wir einen Traumplatz zum Zelten, direkt an einem kleinen Bach. Perfekt für die erste Wäsche seit Tagen!